TV-Verblödung?

Artikel auch HIER im Archiv

Kinder, deren Ausdruck alles andere als kindlich ist: In den Bildern von Wolfram Hahn begegnen wir merkwürdig abwesenden kleinen Gesichtern. Was ist ihnen passiert, was fesselt ihre Aufmerksamkeit derart, dass alles Leben aus ihnen zu weichen scheint?

Der Junge wirkt angespannt, fast versteinert. Sein Blick ist entgeistert, die Haut glänzt, als ob er stark schwitzen würde, und dennoch sieht er unbeweglich aus …

Auf die Idee, Kinder beim Fernsehen zu fotografieren, kam Hahn, als er ein Kind vorm TV sitzen sah – und diesen seltsamen Gesichtsaudruck bemerkte, der ihm nicht mehr aus dem Kopf ging: „Entscheidend war dann bei den Porträts, genau den Moment festzuhalten, in dem die Kinder keine Regung zeigen, in dem am offensichtlichsten wird, dass sie vom Fernsehen in gewisser Weise eingenommen werden und sich ihm – auch wenn es sich um kindgerechte Inhalte handelt – bedingungslos hingeben. Weit davon entfernt, das Fernsehen und seine Möglichkeiten zu verteufeln, zeigt sich hier für mich, wie sich für diese Kinder in diesem Moment die Welt entzaubert.“

Bilder: Wolfram Hahn/ c/o Berlin

Quelle: 

Text: Ruth Schneeberger/sueddeutsche.de

Alle Bilder: Wolfram Hahn/ c/o Berlin

http://www.sueddeutsche.de/kultur/foto-wettbewerb-talents-schau-mir-in-die-augen-kleiner